Angekündigt war es ja schon länger, jetzt habe ich endlich etwas mehr Zeit, um zum Thema zu schreiben. Mit Dirk´s erstem Post in der Bastelwerkstattecke des Fly-Negative.de brach das Airbrushfieber aus, seine ersten Ergebnisse waren – insbesondere als Einsteiger – einfach zu genial. Da ich selber das ein oder andere in Acryl gemalt hatte, lag der Sprung zum Airbrush recht nahe. Die ersten Überlegungen, einen Airbrush-Einsteigerkurs bei einer Künstlerin hier im Bergischen zu machen, habe ich schnell verworfen. 240 EUR, 8 Abende, inkl. Material & Verpflegung. Und dann? Macht´s Spaß und Markus darf wieder investieren
Also stellt sich die Frage: mit welchem Einsteiger-Equipment beginne ich, um RC-Heli Hauben zu Airbrushen…
Ein Anruf von Heiko inkl. diverser eBay-Links haben mich schnell auf Kurs gebracht, denn der Einstieg in das Brushen muss nicht teuer sein. Ist zumindest eine Erfahrung, die ich sammeln durfte. In diesem Post geht es um den Kompressor, die Airbrush-Gun und den (zumindest für mich) obligatorischen Gesundheitsschutz. Alles in allem hat mich mein Einstiegsequipment keine 200,- EUR gekostet, das ist weniger als der Kurs gekostet hätte. Für den Fall, dass es ein Reinfall gewesen wäre, hätte man das Set einfach wieder verkauft. Selbst mit einem miserablen Wiederverkaufspreis günstiger als der Einsteigerkurs…

Der größte Kostenfaktor ist der Kompressor. Airbrusherei kann günstig mit Druckluft aus Dosen, oder wesentlich effektiver mit Kompressoren betrieben werden. Die Dose verliert nach und nach an Druck, so dass das Sprühergebnis schlechter wird. Der Kompressor, wenn er denn über einen anständig konzipierten Druckbehälter verfügt, kommt immer mit konstantem Druck daher. Ich habe mein gesamtes Equipment bei Media Discount Süd via eBay bezogen und es nicht bereut. Schnelle Abwicklung, schneller Versand, sehr gute Nachbetreuung via E-Mail, unauffälliger Austausch meiner deffekten Gun nach 2 Wochen.
Aber zum Kompressor: bei mir werkelt der Berlan Bakt25, ein kompaktes, ölfreies Gerät mit Druckbehälter, Manometer, frei einstellbarem Luftdruck, Wasserabscheider. Der Kompressor ist sehr leise, das Tuckern ist dezenter als eine Senseo Kaffeemaschine (sorry, habe gerade keinen besseren Vergleich). Einmal auf Druck gebracht, kann ich ca. 20 Sekunden am Stück brushen, bevor er wieder anspringt und den Druckbehälter nachfüllt. Der Sprühdruck bleibt dabei absolut konstant. Nun fehlt mir jeglicher Vergleich zu Profimaterial, ich habe aber das Gefühl, hier etwas absolut seinen-Preis-wertes stehen zu haben, das mich nicht im Stich lässt und mich beim Arbeiten nicht behindert. Preis: 99,99 EUR. Benötigt wird zusätzlich noch der passende Druckschlauch zu 4,79 EUR. Die 3 Meter haben sich für meinen Zweck als zu lang herausgestellt, da ich den Kompressor direkt neben mir auf dem Arbeitsplatz stehen habe.

Bei der Gun war ich sehr kritisch: lapidare 13,50 EUR, das kann doch nichts sein. Die Berlan BAPS100 liegt jedoch wider Erwartens gut in der Hand, lässt sich zum Reinigen einfach zerlegen und verrichtet mit meinen Farben einen guten Job. Sie spuckt nicht, frozzelt nicht, verstopft nicht, hat ein gutes Sprühbild. Während einer Reinigung ist mir eine kleine Schraubfassung abgebrochen, was durch Media Discount aber sofort umgetauscht wurde. Habe mir direkt eine Zweite gekauft, damit ich bei der Arbeit mit mehreren Farben nicht bei jedem Farbwechsel zur Reinigung verdammt bin. Seit dem Umtausch ist alles bestens, ich kann die Gun zum Einstieg guten Gewissens empfehlen.

Ich verwende ausschließlich lösungsmittelfreie Acrylfarben auf Wasserbasis, die ungiftig sind. Trotzdem verwende ich einen Atemschutz, da ich mit meinem Asthma nicht mehr provozieren will. Nach längerem Suchen fiel meine Wahl auf die 3M 6002 Halbmaske A2P2. Für eine handvoll Euro habe ich mich zuerst dazu hinreissen lassen, einen Stoffmundschutz zu bestellen – totaler Mist. Die 3M macht da schon einen ganz anderen Eindruck, ist natürlich dafür etwas bulliger. Das Atmen fällt sehr leicht, großartig Schwitzen tut man auch nicht, und angenehm zu tragen ist sie obendrein. Die Aktivkohlefilter lassen sich rasch wechseln, so dass man sicher sein kann, dass die Farbe nur dort landet wo sie hingehört. Unter dem Stichwort “Sicheres Gefühl beim Arbeiten” verbuchen wir also noch einmal 30,- EUR inkl. Versand.
Nach aktuellem Stand liegen wir bei 150,- EUR für eine ordentliche Airbrush-Basisausrüstung, die kein Billigschrott ist und einen guten Job verrichtet. Was fehlt noch? Farbe! Für das Design von Hauben zusätzlich Maskierband. Aber dazu später mehr…