Ein Hoch auf den Preflightcheck

Mai
18

Nicht nur was für Pedanten und Weicheier, sondern auch für die, die länger etwas von ihrem Modell haben wollen: der Preflight-Check am RC-Heli. Jeder hat da so seine eigene Checkliste, die vor dem ersten Flug des Tages akribisch abgearbeitet wird. Oder eben nicht. Meiner dauert kaum mehr als eine halbe Minute und umfasst im Normalfall diese Punkte:

  • Kugelköpfe und Gestänge am Rotorkopf & Heck (Spiel der Pfanne, korrekter Sitz der Köpfe)
  • Hauptblatterhalter-Anlenkung (feste Verschraubung, korrekter Sitz der Anlenkung)
  • Schrauben der Haupt- und Heckrotorblätter
  • Ausschluss jegweden axialen Spiels der Heck- und Hauptblatthalter
  • Umlenkhebel & Pitchschere Heckrotor (feste Verschraubung)
  • Alle Servohebel (Stress-Spuren, korrekte und sichere Verschraubung)
  • Check aller Wirkrichtungen nach der Initialisierung des Microbeast

Die Liste variiert bei jedem Piloten und ist abhängig von Modell, Antriebsart (Elektro, Verbrenner, Turbine) und Aufbau der Mechanik (Trainer, Scale…). Zum Thema gibt es für alle Interessierten z.B. hier einen Thread zu RC-Checklisten.

Mein Punkt 1 hat die Tage erschreckendes am 550-600 zu Tage befördert. Ein eklatantes Spiel der Taumelscheibe hat mich stutzig gemacht, und beim näheren Hinsehen fehlte je Y-Arm am Taumelscheiben-Mitnehmer glatt eine Schraube. Oben schön zu sehen, weiß der Teufel wo die beiden hin sind!

Durch die nur labbrige Arretierung des Arms war der Innenring der Taumelscheibe gut einen halben Zentimeter drehbar, die Anlenkungen wurden dadurch ebenfalls beängstigend verdreht. Schon beim Abreißen nur einer der beiden Arme hätte das einen schönen Teileregen geben können :-|

Haarrisse im Rotorblatt

Mai
17

Im RC-Heli gibt es sehr anschauliche Videos zu den Auswirkungen von Haarrissen an Rotorblättern. Leider wurde der initiale Thread durch unsägliche Trolle mal wieder zerquatscht, aber das ist in diesem Forum leider an der Tagesordnung. Umso schöner, dass Tom unbeirrt in einem zweiten Thread die beiden Videos gepostet hat! Sie zeigen sehr anschaulich, dass mit solchen, erst als harmlos eingestufte Lackrissen, nicht zu spaßen ist…

Turnigy kills my Innova

Mai
1

Ein Turnigy-Lipo hat offensichtlich meinen KDS Innova 550 am Wochenende abgeschossen. Stell Dir vor: Blauer Himmel, angenehm warm, Du allein auf großer Wiese. Im angestochenen Speedflug an Dir vorbei ziehst Du den Heli in einen schier endlosen Turn – und ganz oben, in der Kehre, da geht der Heli aus.

Ganz groß, es ging absolut gar nichts mehr. Der Turn war wirklich sehr hoch gezogen, so dass der Heli ungelogen “einige Sekunden” fiel, bis er in einem glücklicherweise aufgeweichten Acker einschlug. Ich hatte dabei alle Zeit der Welt, in Ruhe in den Knüppeln zu rühren, zu merken dass sich da nichts tut, den Motor auszustellen, nach potentiell Gefährdeten Ausschau zu halten, als Zuschauer verbannt das bizarre Trauerspiel zu bewundern. Beim Runterkommen schien der Rotor einmal aufzuflaren, was den Eindruck eines letzten Aufbäumen aufkommen ließ. Und es bremste gefühlt den Sturz.

Beim Bergen der Leiche im knöcheltiefen Dreck die erste Überraschung: alles ganz!? Er ist seitlich aufgeschlagen, mit kaum noch rotierendem Rotor. Aktuell sehe ich Rotorblätter, das gebrochene Auro-Zahnrad (wie bricht SOWAS?), die Sollbruch-Haubenhalterplatten, und das Getriebe des rechten Rollservos. Alles andere ist intakt, das Heck und der Lander sind vollkommen in Ordnung. Sicherlich werden Heck-, Blattlager und Hauptrotorwelle ausgetauscht, aber ich hatte mit einem Totalschaden gerechnet. So sind es kaum 30 EUR, verdrängt man die Blätter, die von den KDS Baukastenexemplare aus der Reserve ersetzt werden.

Zweite Überraschung: der testweise angeschlossene Jive gab nur noch ein einmaliges Piepen von sich, das war es. Prima, Jive kaputt. Daheim allerdings zeigte sich, dass offensichtlich der Lipo einen Schuss weg hat. Er lässt sich weder laden (Voltage Error), noch an den Jive anschließen (Stille). An einem anderen Lipo sind beide Tests unauffällig. Misst man den Akku durch, liegen korrekt 25V/4V an.

Heißt es also Lächeln und Zahlen, und den Umstand ganz schnell verdrängen, dass hier ein (noch) unverbauter Satz GreenCaps herumliegt. Ein schaler Nachgemschack bleibt aber: alle Akkus sind von Turnigy hier, der deffekte Kollege hat kaum 10 Flüge hinter sich – da fällt es schwer, den anderen noch zu trauen. Bei den nächsten Akkus werde ich testhalber mal wieder alternative Ware von SLS, Schweighöfer & Co. antesten. Auch andere Mütter haben schöne, und mittlerweile erschwingliche Töchter ;)

Erstes Resumé zum 550-600

Apr
29

So 30 Flüge habe ich mit der Stretchversion des Innova 550 hinter mir, Zeit für ein kleines Resumé. Fangen wir mit dem Zahlendschungel an…

Spektrum DX-8: Mir ist bewusst, dass Dualrate, Expo & Co. arg von den verwendeten RC-Komponenten abhängen. Der Vollständigkeit halber gibt es hier dennoch das aktuelle Setup. Auf der Taumelscheibe sind 115% Dualrate und 5% Expo eingestellt, auf dem Heck sind es ohne Expo 113% Dualrate.

Regleröffnung: die 3 Gasgeraden in der Spektrum liegen auf 50%, 60% und 70%. Die kleinste Öffnung ist mit gerade 1.180 U/min perfekt zum harmonischen Wiesenschleichen im Sonnenuntergang, Fliegen von sauber ausgesteuerten, großen TicTocs oder Speedcircles mit seeeehr sonorem Teppichklopfer-Sound. In Richtung 70% sind es dann fast “normale” Drehzahlen, diese Flexibilität ist das, was ich am 550-600 Setup mag!

Kreisel: -40% (zwecks Kontrolle des mechanischen Setups im Normalmodus), 70% und 80% im Heading Hold. Das Heck hält, ab und dann schaukelt sich das 80% Setup auf, so dass ich i.d.R. mit den 70% gut bedient bin. Das Heck ist bei der geringen Drehzahl auf Rückwärtspassagen schon schwammiger als normal, auch beim Pitchpumping dreht es leicht raus. Dies mag der Preis für diese Antriebsauslegung sein, allerdings fliegt man mit Slow Fingers auch vorausschauend und weich, so dass ein weicheres Heck unkritisch ist.

Microbeast: wie schon erwähnt fliege ich ein senderseitiges Setup, was die Flugcharakteristik angeht. Bei der Parametrisierung der Flybarless-Regelung habe ich viele Experimente hinter mir, diese Werte haben sich dabei als optimal herauskristallisiert: Die Aufbäumkompensation liegt auf “Mittel” (Standard), HeadinglockAnteil auf “Hoch”, die Drehmomentvorsteuerung ebenfalls auf “Hoch”. Zyklisches Ansprechverhalten ist mit rot auf “Erhöht” konfiguriert und Pitchboost werkelt auf “Sehr Hoch”. An den Drehrehglern habe ich ebenfalls einiges probiert, alle drei auf 9 Uhr fühlen sich aber am besten an.

Um auf die Antriebsauslegung zurückzukommen, habe ich vor kurzem das BEC des YGE 120 entlassen und das Jeti 5/12A BEC an seine Seite gestellt. Nach 3 Flügen am Stück konnte man beim Quirlen der Knüppfel das Phänomen beobachten, dass die Servos immer weniger Ausschlag anzeigten, um dann vollständig die Arbeit einzustellen. Da scheint das 3/5A BEC des YGE doch überfordert gewesen zu sein. Das Jeti-BEC ist parallel zum Motorregler mit den Goldsteckern verlötet, da es bis 10S Eingangsspannung verkraftet. Der Motor ist nach 3 Flügen ohne Pause extrem warm, aber noch mit bloßen Händen anfaßbar. Dasselbe gilt für den Alu-Motorträger, der ebenfalls einiges an Wärme aufnimmt und sie ableitet. Ich frage mich, wass das Loctite in den Motor- und Motorträgerschrauben dazu sagt?

Schlußendlich bleibe ich dabei: der gestretchte KDS Innova 550 macht mit dem LowRPM-Setup Spaß – der heiße Standard 550er an seiner Seite ist die perfekte Ergänzung. Der hat allerdings gestern einen tiefen Fall hinter sich bringen müssen, aber dazu später mehr…

Microbeast: Steuercharakteristik per Sender

Apr
23

Da ich am Innova 550-600 einem merkwürdigen Verhalten auf der Spur bin (Nick und Rollrate verändern sich gefühlt massiv während eines Fluges), habe ich mich unter anderem mit den Setupmöglichkeiten mit Blick auf Agilität beschäftigt. Bislang bin ich die Microbeast-Modelle immer mit den von BeastX vorgegebenen Steuercharakteristika geflogen. “Pro” war bevorzugt, um senderseitig Expo & D/R zu programmieren war ich schlichtweg zu faul. Never change a running system! Kann aber auch daran liegen, dass ich stets die Befürchtung im Hinterkopf hatte, ein wegen falsch konfigurierter Roll- und Nickraten unsteuerbares Modell in den Acker zu setzen. Unbegründet, wie es sich zeigt.

Ich habe mich vorsichtig herangetastet und den ersten Flug mit 80% Dualrate und 20% Expo angesetzt. Das Ergebnis war ein 800 EUR Backstein, der so stoisch wie ein Koax ist :) 90% D/R und 10% Expo waren kaum besser, erst normale D/R ohne jegwedes Expo verliehen dem Innova ein Steuergefühl, dass ich vom Microbeast gewohnt bin. Ich mag einfach kein Expo, und der letzte Flug mit 115% Servoweg auf Nick und Roll hat mich dann glücklich gemacht.

Der Vorteil eines senderseitigen Setups ist, die Charakteristik im Flug per Schalter anpassen zu können. Agilität mit direktem Steuergefühl und maximalen Rollraten für Turneinlagen, gemäßigte Steuereingaben und eine gute Portion Expo für Speedflüge. Eine Empfehlung an alle, die es bislang noch nicht gemacht haben. Bei der Suche nach dem merkwürdigen Verhalten hat mich das allerdings nicht weitergebracht, ich war zuviel mit dem Setup zugange. In Kürze mehr, wenn ich es besser beschreiben und nachv0llziehen kann…