KDS hat schon vor ein paar Wochen diverse Upgrades für die Innova-Serie veröffentlicht. Da mein KDS Innova 550 eine Generalüberholung dringend nötig hatte, habe ich die Chance genutzt und den Rotorkopf auf die V2-Variante umgebaut. Bei KDS läuft dieser unter der Bezeichnung “TDT”.
Einen nennenswerten Unterschied gab es bei KDS mit Blick auf die Mechnik bislang nie. Der Hersteller lieferte in seinen Baukästen 1 Zentralstück aus – wer keine Paddel wollte, der ließ diese Steuerebene einfach beim Aufbau weg. Das Ergebnis: eine sagen wir “zweckmäßige” Optik mit unnötig hoch über der Mechanik tronenden Rotorkreisfläche. Da blutet einem das Herz, sind Flybarlessköpfe doch normalerweise sehr schlank und simpel aufgebaut. Hier links das Bild meines Innova 550-600, man sieht anschaulich den gestreckten Bau des Zentralstücks, die große Durchführung für eine nicht-vorhandene Paddelstange, den separaten Taumelscheiben-Mitnehmer. Schön ist anders – bis jetzt!
Unter dem Namen TDT hat KDS nun einen paddellosen Rotorkopf auf den Markt gebracht, der dem Prinzip von Align (“DFC”, alle neueren Modelle) und Compass (z.B. am 7HV) folgt und ganz ohne Taumelscheibenmitnehmer auskommt. Das sorgt für eine noch aufgeräumtere Optik und einen simpleren mechanischen Aufbau des gesamten Rotorkopfes.
Konstruktionstechnisch scheint diese Lösung allerdings anspruchsvoll zu sein, Align musste im Frühjahr die 700er Rotorköpfe überarbeiten und war gezwungen, ein Securitybulletin herauszugeben. Im Kern des Problems dreht sich alles um die mechanische Belastung der Anlenkgestänge, die nun gleichzeitig Mitnehmeraufgaben übernehmen. Das Problem wurde gelöst, hoffen wir alle, dass sich auch KDS Gedanken bei seiner Arbeit gemacht hat…
Für den Umbau eures Innova benötigt ihr die folgenden Teile:
- Hauptrotorwelle 550-38-TDT
- Zentralstück 550-7-TDT-TS
- Blatthalter-Arme 550-4-TDT-TS
- Anlenkung 550-73TS
Der Umbau schlägt mit etwas über 70 EUR zu Buche. Die neue Hauptrotorwelle holt den Kopf noch einmal einige Millimeter nach unten, die neuen Blatthalter-Arme sind nicht ganz so ausladend wie die der Flybar-Pendanten. Das Ergebnis des Umbaus seht ihr rechts: sehr aufgeräumt, niedrig liegender Kopf, einfacher geht es nicht.
Aufgrund der vielen Berichte insbesondere über Aligns DFC-Modelle (Compass hat meines Wissens nach als erster vorgelegt und KEINE Probleme gehabt) war ich beim Erstflug auf der Hut. Wenig Drehzahl, moderate Gangart, es hält alles. Mittlerweile habe ich knapp 20 Akkus runter und kaum mehr Skrupel gegenüber dieser Konstruktion. Der Kopf hält, es gibt keine Boomstrikes, und der optische Eindruck gegenüber des Originals ist es wirklich wert. Seht selbst:

Mein KDS Innova 550-600 muss noch einige Zeit mit den Standard-Komponenten fliegen, da ich hier erst noch ein Ersatzteillager aufzubrauchen habe. Sobald meine Hauptrotorwellen der V1-Baureihe weg sind, kommt TDT auch an den zweiten KDS im Hangar.
Zwei Punkte, die ich nicht gut gelungen finde: oben erkennt man die extrem hoch bauende Taumelscheiben-Verdrehsicherung aus Plastik. Die schrammt nur wenige Millimeter unter den Blatthaltern entlang – grausam. Hoffentlich gibt es hier bald eine angepasste CFK-Variante. Desweiteren gefällt mir der Aufbau der Anlenkung nicht 100%ig. Zwischen Kugelpfanne und Anlenkung wird ein Verbinder aus Alu angebracht, der mit Loctite gesichert in die Anlenkung geschraubt wird und am anderen Ende die Kugelpfanne aufnimmt. Wahlweise hat man einen 2er Maulschlüssel (nicht ich…) oder man geht mit einer Zange an die Sache ran. Bei DER wiederum fehlt jegwedes Gefühl, mit wieviel Kraft das Element angezogen wird. Eine fest integrierten Gewindestange wäre das alles einfacher…